Alle Episoden

#67 „Epilepsie“ mit Prof. Dr. Angela Kaindl

#67 „Epilepsie“ mit Prof. Dr. Angela Kaindl

48m 22s

„Ich sehe Eltern, deren Kind an SUDEP gestorben ist, und sie fragen mich: ‚Warum hat mein Arzt mir das nicht erzählt?‘“ Über den Sudden Unexpected Death in Epilepsy müssen Eltern informiert sein, findet Prof. Dr. Angela Kaindl. Sie ist Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie an der Charité und leitet das SPZ mit dem Deutschen Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche an der Charité sowie die Forschungsgruppe für Epilepsie und Hirnentwicklungsstörungen. Ihre Stimme hat Nachdruck, wenn es um die Risiken geht, denn keine Epilepsie ist „benigne“.

Zu einer guten Basisdiagnostik und korrekten Klassifikation gehört auch die Genetik. Die Präzisionstherapie...

Sonderfolge „Humane Papillomviren“ mit Prof. Dr. Ulrich Heininger

Sonderfolge „Humane Papillomviren“ mit Prof. Dr. Ulrich Heininger

48m 57s

Sonderfolge „Humane Papillomviren“ mit Prof. Dr. Ulrich Heininger

„Es ist einfach eine gute Investition in die Zukunft“, bringt es Prof. Dr. Ulrich Heininger auf den Punkt. Dem Impfexperten, stellvertretenden Chefarzt und leitendem Arzt der Abteilung für Infektiologie und Vakzinologie am Universitätskinderspital beider Basel liegt es am Herzen, Awareness zu schaffen und Gelegenheiten zu bieten fürs Impfen.
Die Impfung vor der Pubertät zu beginnen, ist ideal, um einen Schutz noch vor dem ersten Kontakt mit dem Virus aufzubauen. Denn der vollständige Impfschutz sollte, analog zur Hepatitis-B-Impfung, schon vor dem ersten Sexualkontakt bestehen. Und Hand aufs Herz: Wer plant den schon ein...

#66 „Angst“ mit Prof. Dr. Julia Asbrand

#66 „Angst“ mit Prof. Dr. Julia Asbrand

46m 17s

„Papa hat Angst, Superman hat Angst und alle möglichen anderen Helden auch.“ Angst ist erst einmal sinnvoll und jede Phase im Leben eines Kindes und Jugendlichen kennt typische, „normative“ Ängste. Diplompsychologin Prof. Dr. Julia Asbrand, Leiterin der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder, Jugendliche und Familien an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, macht klar: Eine therapiebedürftige Störung liegt erst vor, wenn der Leidensdruck hoch ist oder Entwicklungsschritte gefährdet sind. Dennoch gilt es, Ängste im Blick zu behalten, da weitere psychische Schwierigkeiten folgen können.

Seit der Corona-Pandemie werden Angststörungen häufiger beobachtet, gleichzeitig ist der Umgang mit psychischer Gesundheit offener geworden. Aber Multioptionalität – die...

#65 „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – CED“ mit Dr. Christoph Schick

#65 „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – CED“ mit Dr. Christoph Schick

55m 3s

„Super, wir haben eine Lösung für dich und jetzt schaffen wir das zusammen.“ Eine gute Weichenstellung beginnt bei jungen CED-Patienten schon in der Klinik, denn es sind „schwerste Erkrankungen, welche die Kinder lebenslang begleiten", erinnert Dr. Christoph Schick, leitender Oberarzt und Sektionsleiter der Kinder-Gastroenterologie am Josefinum in Augsburg.

Natürlich haben die allermeisten Bauchweh-Patienten funktionelle Bauchschmerzen. Doch bei Red Flags wie Wachstumsstörungen, blutigem Stuhl oder chronischem Durchfall sollte man hellhörig werden. Einen hohen Vorhersagewert hat nach dem Kleinkindalter das Calprotectin. Wiederholt niedrige Werte sprechen gegen M. Crohn, Colitis ulcerosa oder eine unspezifische Colitis (CED-u). Dann erübrigt sich auch eine Koloskopie.

Mit...

#64 „Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen ” mit Dr. Thomas Lempp

#64 „Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen ” mit Dr. Thomas Lempp

51m 22s

„Diese Alltagserprobung ist essenziell“, betont Dr. Thomas Lempp, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik am Clementine Kinderhospital Frankfurt am Main. Der Leiter der ältesten Sprechstunde Deutschlands für Kinder und Jugendliche mit veränderter Geschlechtswahrnehmung begleitet junge Menschen, die ihr biologisches Geschlecht als nicht stimmig erleben. Jeder Fall ist individuell. Es braucht Sorgfalt und Unterstützung, damit Betroffene herausfinden, ob das gewünschte Geschlecht überhaupt „lebbar“ ist. Erst danach sind geschlechtsangleichende Maßnahmen denkbar. Pubertätsblocker können eine Art „Pausentaste“ sein und wertvolle Zeit geben, bevor Entscheidungen getroffen werden, die Einwilligungsfähigkeit voraussetzen. Operative Eingriffe bleiben im Kindes- und Jugendalter auch mit der neuen S3-Leitlinie eine...

#63 „Idiopathische Skoliose” mit Dr. Micha Langendörfer

#63 „Idiopathische Skoliose” mit Dr. Micha Langendörfer

46m 33s

„Anamnese, untersuchen, anfassen – das ist wichtig“, meint Dr. Micha Langendörfer. Der Facharzt für Orthopädie und Kinderorthopädie sowie Chefarzt für Kinderorthopädie am Asklepios Kinderkrankenhaus in St. Augustin weist darauf hin, dass die idiopathische Skoliose im Prinzip von Geburt an vorkommen kann und nicht nur ein „Teenager-Thema“ ist. Zeigen Säuglinge Auffälligkeiten, sollte man auf Beweglichkeit und Verhärtungen prüfen. Später sind der Vornüberbeugetest und der Check auf Asymmetrien, Rippenbuckel oder Lendenwulste hilfreich. Die Anschaffung eines Skoliometers lohnt sich.

Oft reicht Skoliose-spezifische Physiotherapie zur Verbesserung der Wirbelsäulenstatik. Manchmal ist ein Korsett erforderlich, das konsequent getragen werden sollte. Wenn eine OP nötig ist, wird...

#62 „Nicht-onkologische Hämatologie” mit Dr. Leila Koscher

#62 „Nicht-onkologische Hämatologie” mit Dr. Leila Koscher

44m 49s

„Benigne“? Dieser Begriff wird der Lebensrealität wahrhaftig nicht gerecht. Dr. Leila Koscher, Leitung der hämatologischen Sprechstunde und -Ambulanz der Abteilung Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie am Universitätsklinikum Frankfurt /Main, weiß natürlich, dass die Onkologie-Patienten akut krank sind. Kinder mit chronischen Hämoglobinopathien kommen „leiser“ daher, doch der oft verwendete Ausdruck „benigne Hämatologie“ passt nicht für diese Patientengruppe.

Eltern und Patienten müssen oft erst einmal Verständnis für Sichelzellerkrankung oder Thalassämie entwickeln. Wer begreift schon ohne Weiteres, dass der vermeintlich gesunde Säugling nach dem positiven Befund im Neugeborenen-Screening nun täglich Penicillin nehmen soll? Beziehung aufzubauen hilft bei der Akzeptanz prophylaktischer Maßnahmen, damit das akute...

#61 „unrare.me: gemeinsam neue Wege finden” mit Prof. Dr. Lorenz Grigull

#61 „unrare.me: gemeinsam neue Wege finden” mit Prof. Dr. Lorenz Grigull

44m 18s

„Seltenes Ich“, so könnte man die Initiative bezeichnen, für die Prof. Dr. Lorenz Grigull, Leiter des Zentrums für seltene Erkrankungen ZSEB in Bonn, sich begeistert. Gleichzeitig bedeutet unrare.me: „Mach mich weniger selten“. Beides stimmt. Es geht darum, Menschen und Wissen zusammenzubringen. Um Patienten, die von Arzt zu Arzt gehen, aber keine passende Diagnose erhalten. Die Unterstützung und Gleichgesinnte suchen bei seltenen oder chronischen Krankheiten: Experten, Spezialtherapien, Selbsthilfegruppen.
Es könnte schneller und besser geholfen werden, aber bisher ist „Detektiv Zufall“ zu oft im Spiel. Den Zufall möchte unrare.me mit Schwarmintelligenz überlisten. Die App lädt Patienten, Ärzte, Therapeuten ebenso wie Forschende ein,...

#60 „Niederlassung statt Klinik” mit Dr. Kristina Heyt

#60 „Niederlassung statt Klinik” mit Dr. Kristina Heyt

40m 0s

„Die eigenen medizinischen Vorstellungen umsetzen und genau die Medizin machen, die man machen möchte“, das ist für Dr. Kristina Heyt, Pädiaterin mit eigener Praxis in Stuttgart, einer der vielen Vorteile der Arbeit in einer Niederlassung. Flexibilität und relativ geregelte Arbeitszeiten können durchaus attraktiv sein, macht die dreifache Mutter deutlich. Was wäre das Gesundheitssystem ohne die Basisversorgung durch Kinderarztpraxen?
Wie bekommt man einen Kassensitz und gründet Einzelpraxis oder BAG? Lohnt es sich trotz Personalverantwortung und wie steht es um „Abrechnungshorror“ und „IT-Chaos“? Das Fachpersonal zu qualifizieren, macht gleich mehrfach Sinn, lautet eine Empfehlung von Dr. Heyt. Viele Aufgaben lassen sich so...

#59 „Jungenmedizin” mit Dr. Esther Maria Nitsche

#59 „Jungenmedizin” mit Dr. Esther Maria Nitsche

46m 8s

„Ich hätte gern mal ein bisschen mehr Zeit mit dir.“ Ein solcher Satz, wenn ein Jugendlicher wegen Halsschmerzen in die Praxis kommt, kann die Einladung zur J1 sein. Dr. Esther Maria Nitsche, Neonatologin, Endokrinologin und Diabetologin mit Praxis in Lübeck ist sich sicher, dass in der von weiblichen Bezugspersonen geprägten Welt viele Jungenfragen unbeantwortet bleiben. Körperlänge und -behaarung, Barrieremethoden, Gynäkomastie, Genitalgröße und form: Social media spielen dabei eine „ganz unglückliche Rolle“.

Sie wirbt dafür, Jungen als unterversorgte Patientengruppe mehr in den wissenschaftlichen und präventiven Fokus zu nehmen. Das beginnt bei den frühen U-Untersuchungen schon mit dem Blick in die Windel...